Wenn Nebel über dem Fluss hängt, sprechen wir über Pflanzenporträts: Blattstellung, Geruch, Schnittbild. Wir prüfen Bestimmungsmerkmale doppelt, fotografieren Funde und lassen mindestens zwei erwachsene Exemplare unberührt. Du lernst, Messer und Schere bewusst zu führen, Sammelbeutel zu beschriften und Proben trocken zu lagern. Diese Sorgfalt schenkt nicht nur Sicherheit, sondern auch Dankbarkeit gegenüber dem Ort, der uns Farben anvertraut.
Am Feuer zählen Minuten langsamer. Wir testen niedrige Siedehitze, rühren kreisend, damit Fasern nicht verfilzen, und beobachten, wie die Flüssigkeit von Strohgelb zu Kupferbraun kippt. Ein Löffel auf Stoff verrät den nächsten Schritt. Kleine Proben gehen zuerst hinein, größere Bahnen folgen. Du lernst, den Geruch zu lesen, Schlieren zu deuten und Mut zur Pause zu haben, wenn Geduld die schönste Farbe wachküsst.