Farben, die aus dem Soča‑Tal wachsen

Willkommen zu unseren Workshops für natürliches Färben und Materialien aus der Wildsammlung im Soča‑Tal, wo türkisfarbenes Wasser, alpine Wiesen und uralte Wälder die Palette bestimmen. Gemeinsam entdecken wir Pflanzenfarben, verantwortungsvolles Sammeln, schonende Beizen und kreative Anwendungen, begleitet von Geschichten, Handwerkstraditionen und kleinen wissenschaftlichen Aha‑Momenten. Du lernst praxisnah, sicher und sinnlich, wie Landschaft zu langlebigen Farben wird, und nimmst Ergebnisse mit nach Hause, die nach Flusslicht, Sommerwiese und sanfter Bergluft aussehen.

Von Walnussschalen bis Färberwau

Walnussschalen schenken tiefe Braun- und Sepiatöne dank Juglon, während Färberwau mit Luteolin leuchtet, besonders auf gut vorbehandelter Wolle. Wir vergleichen Krappwurzeln für Rot, Birkenblätter für Gelbgrün und Holunderbeeren für Blauviolett, inklusive Haltbarkeit und Lichtechtheit. Du lernst praxisnah, wie Zerkleinerung, Einweichzeiten und Wassertemperatur die Farbausbeute formen. Kleine Probenreihen zeigen Unterschiede, die sonst im Alltag verborgen bleiben.

Sammelrouten entlang türkisfarbener Ufer

Die Pfade am Ufer der Soča führen durch Auen, Erlenwälder und sonnige Kiesbänke, wo sich Farbquellen in jeder Jahreszeit ändern. Wir üben, mit offenen Sinnen zu gehen: sehen, riechen, fühlen, ohne Spuren zu hinterlassen. Ein lokaler Guide erklärt Schutzzonen, private Flächen und Wegegebot. Du lernst, nur einen Teil zu nehmen, Wurzeln zu schonen, und lieber öfter zurückzukehren, als einmal zu viel zu pflücken.

Fasern vorbereiten, Farben binden

Alaun für leuchtende Klarheit

Kaliumaluminiumsulfat ist für viele Gelb-, Orange- und Rottöne ein zuverlässiger Helfer, besonders auf Wolle und Seide. Wir besprechen Konzentrationen, Temperaturfenster und Spülgänge, damit Fasern geschmeidig bleiben und nicht verfilzen. Eine kleine Geschichte aus dem Workshop: Als Mara zögerte, mehr Alaun zu verwenden, zeigte ein Vergleichsstrang eindrucksvoll die Strahlkraft. Seitdem wiegt sie sorgfältig, notiert Zeiten und erreicht wiederholbar schöne, klare Farbtöne.

Eisen für erdige Tiefe

Eisenbeize vertieft und graut Farben, lässt Gelb zu Oliv und Rosa zu Altrose werden. Wir arbeiten behutsam, denn zu viel Eisen macht Fasern spröde. Du siehst, wie ein kurzer Nachzug in Eisenwasser Töne zentriert, Schattenräume betont und Muster stärkt. Wir nutzen Gläser mit unterschiedlichen Stärken, testen Probestreifen und halten die Zeiten streng ein. So entsteht Tiefe, ohne die feine Haptik zu opfern.

Pflanzenfasern und tierische Fasern im Dialog

Leinen, Baumwolle und Hanf reagieren anders als Wolle oder Seide. Wir vergleichen Aufnahme, Beizbedarf und Farbverläufe, zeigen, warum Zellulose mehr Vorbereitung verlangt, und wie Sojawäsche, Tannine oder Kaltbeizen helfen. Ein Tuch aus Leinen erzählt Ruhe und Struktur, während Wolle Wärme und Fülle bringt. Im direkten Vergleich wächst dein Gefühl für Materialwahl, Projektidee und Alltagstauglichkeit, damit Ergebnisse nicht nur schön, sondern langlebig werden.

Ein Tag voller Duft, Glut und Wasser

Unsere gemeinsame Zeit beginnt mit Atemzügen in kühler Morgenluft, setzt sich fort mit leisen Schritten durchs Gras und endet am dampfenden Kessel. Wir planen Pausen, teilen Rezepte, staunen über Nuancen im Lichtwechsel. Zwischen Glutbett, Thermometer und Skizzenheft lernst du, Ruhe als Werkzeug zu verwenden. So wächst aus konzentrierter Aufmerksamkeit echte Handwerksfreude, die man in jeder Faser sieht und später beim Tragen spürt.

Morgendliches Sammeln in stillen Auen

Wenn Nebel über dem Fluss hängt, sprechen wir über Pflanzenporträts: Blattstellung, Geruch, Schnittbild. Wir prüfen Bestimmungsmerkmale doppelt, fotografieren Funde und lassen mindestens zwei erwachsene Exemplare unberührt. Du lernst, Messer und Schere bewusst zu führen, Sammelbeutel zu beschriften und Proben trocken zu lagern. Diese Sorgfalt schenkt nicht nur Sicherheit, sondern auch Dankbarkeit gegenüber dem Ort, der uns Farben anvertraut.

Kessel, Glut und geduldiges Rühren

Am Feuer zählen Minuten langsamer. Wir testen niedrige Siedehitze, rühren kreisend, damit Fasern nicht verfilzen, und beobachten, wie die Flüssigkeit von Strohgelb zu Kupferbraun kippt. Ein Löffel auf Stoff verrät den nächsten Schritt. Kleine Proben gehen zuerst hinein, größere Bahnen folgen. Du lernst, den Geruch zu lesen, Schlieren zu deuten und Mut zur Pause zu haben, wenn Geduld die schönste Farbe wachküsst.

Achtsam sammeln, fair gestalten

Die Landschaft ist unser Atelier, doch kein Ort für rücksichtsloses Nehmen. Wir besprechen Schutzarten, lokale Regeln und die Ethik des Erntens: Nur Überschüsse nutzen, keine Wurzeln ausreißen, keine seltenen Standorte leeren. Zudem prüfen wir Alternativen aus Gärten, Märkten und bereits gefallenen Pflanzenteilen. Wer so arbeitet, stärkt Kreisläufe, inspiriert Nachbarinnen und Nachbarn und zeigt, dass Handwerk und Naturschutz einander nicht ausschließen, sondern gegenseitig bereichern.

Ideen, die bleiben: Projekte für Alltag und Geschenk

Nach den Farbbädern beginnt das Gestalten. Wir entwerfen Schals, Kissenhüllen, Beutel und Notizbücher mit Pflanzenabdruck, nähen einfache Formen und denken an Nutzbarkeit im Alltag. Du lernst, Muster zu platzieren, Kontraste zu planen und kleine Unregelmäßigkeiten als lebendige Signatur zu feiern. So entstehen Begleiter, die Geschichten erzählen: vom Morgennebel, der Glut am Flussufer, den Stimmen im Wald und deiner wachsenden Sicherheit am Kessel.

Schals, die den Fluss mittragen

Leichte Woll- oder Seidenschals nehmen Farbe besonders weich an. Wir spielen mit Tauchzeiten, Falttechniken und sekundären Bädern, um Tiefe zu gewinnen. Ein schmaler Rand in Eisen gefinisht, ein Mittelteil in Alaun leuchtend gelassen: So entsteht Bewegung wie im Wasser. Du testest Knoten, Klemmen und Wicklungen, dokumentierst Ergebnisse und findest ein persönliches Vokabular, das du später sicher wiederholen kannst.

Pflanzendruck auf Papier und Stoff

Mit Blättern, Blüten und Roststückchen erzeugen wir zarte Silhouetten auf Aquarellpapier und Naturstoffen. Das Bundle‑Prinzip, Druckrichtung und Druckzeit entscheiden über Kontur und Intensität. Wir dämpfen, beschweren, warten. Am Ende erscheinen feine Adern, die an Flussläufe erinnern. Du lernst, Motive zu kom­po­nieren, Kontraste zu betonen und Leerraum zu nutzen. Aus Proben werden Karten, Einbände, Taschen und ruhige Kunstwerke für zuhause.

Reiseplanung und Vorbereitung im Rhythmus der Berge

Damit dein Aufenthalt leicht gelingt, bündeln wir praktische Hinweise zu Anreise, Unterkünften, Ausrüstung und Wetter im Soča‑Tal. Du erfährst, wie sich Höhenlage und Flusstal auf Temperaturen auswirken, warum Zwiebellook hilft und welche Schuhe taugen. Wir halten Gruppen klein, raten zu wiederbefüllbaren Flaschen und regen an, Fahrten zu teilen. Gute Vorbereitung schafft Ruhe, damit du vor Ort ganz in Farbe, Wasser und Wald ankommen kannst.

Mitmachen und verbunden bleiben

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Stelle deine Fragen vorab

Ob du unsicher bei Beizen bist, vegane Alternativen suchst oder wissen willst, welche Fasern du mitbringen solltest: Schreib uns. Wir antworten ehrlich, teilen Erfahrungen aus vergangenen Gruppen und empfehlen Lektüre für den Einstieg. Je präziser deine Fragen, desto gezielter unsere Vorbereitung. So entsteht ein Tag, der genau das liefert, was du suchst: Klarheit, Mut zum Ausprobieren und Ergebnisse, die im Alltag bestehen.

Newsletter mit Rezepten und Terminen

Unser monatlicher Gruß enthält einfache Rezepte, kleine Experimente, Fotostrecken aus dem Tal und neue Workshoptermine. Du bekommst Saisonhinweise, Erinnerungen an verantwortungsvolles Sammeln und Einblicke in Projekte anderer Teilnehmender. Keine Flut, nur nahrhafte Häppchen, die Lust auf Praxis machen. Mit jedem Brief wächst dein Repertoire, und wenn du magst, antwortest du mit Bildern, Fragen oder Geschichten von deinem Küchentisch.
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